Digitaler Lernmedien = besserer Lernerfolg?

Die aktuelle Ausgabe der ZDF-Reihe Leschs Kosmos trägt den Titel: Schule der Zukunft – Lernen aus dem Lockdown. Darin wird u.a. der Einfluss digitaler Lernmedien auf den Lernerfolg analysiert.

Der australische Bildungsforscher John Hattie hat in einer Metaanalyse untersucht, welche Faktoren den Lernerfolg von Schüler*innen beeinflussen. Seine Kernaussage[1] und [2]:

  • Online Lernen & Laptop-Einzelnutzung –> schwach positiver Einfluss
  • Lehrer-Schüler-Beziehung sowie klare Ziele und Visionen der Lehrpersonen –> stark positiven Einfluss

Diese Ergebnisse lassen sich vermutlich nicht 1:1 auf betriebliche Bildungsprozesse übertragen. Dennoch zeigen sie, dass die reine Digitalisierung von Seminaren o.ä. nur bedingt dazu geeignet ist, Lernergebnisse wirklich zu verbessern. Um dies zu erreichen muss Bildung neu gedacht, ja strukturell verändert werden. Worauf kommt es dabei an?

Trainer*innen begreifen sich als persönliche Lernbegleiter und stehen ihren Teilnehmer*innen (TN) in selbstorganisierten Lernprozessen beratend zur Seite. Die TN setzen sich eigene Lernziele, die sie erreichen möchten. Für Trainer*innen bedeutet das [3]…

  • sie stellen den TN einen breiten Ermöglichungsrahmen zur Verfügung. Die TN können daraus frei wählen, welche Formate sie zum Wissensaufbau nutzen (z. B. Youtube-Videos, TN-Skript, etc.).
  • sie bieten den TN Formate zum offenen Erfahrungsaustausch an, zum Beispiel Online-Foren oder Präsenzworkshops. Wichtig ist, dass diese Formate durch die Trainer*innen moderiert werden.
  • sie regen die TN zur regelmäßig dazu an, sich selbst und ihren persönlichen Lernfortschritt kritisch zu hinterfragen.
  • sie geben den TN regelmäßig Feedback zu ihrem Lernfortschritt.

Für Lernende bieten digitale Lernangebote so die Chance [4], 

  •  jederzeit auf einen breiten digitalen Ermöglichungsrahmen zuzugreifen.
  • jederzeit mit anderen Personen in den Austausch zu gehen oder kollaborativ offene Fragen zu klären.
  • Reflexionsergebnisse und Lernfortschritte sichtbar zu machen.

Damit nehmen digitale Lernmedien eine wichtige Unterstützungsfunktion für Lernprozesse ein. Sie sind wichtige Werkzeuge zur Gestaltung erfolgreicher, innovativer Lernkonzepte.

Dies zeigen auch die praktischen Erfahrungen, die der Unternehmensberater und Autor, Prof. Werner Sauter in der betrieblichen Umsetzung von Blended Learning-Ansätzen gesammelt hat [5]

Quellen:

[1] Hattie, John (2009): Visible Learning. A Synthesis of Over 800 Meta-Analyses Relating to Achievement. London.

[2] Hattie, John (2013): Lernen sichtbar machen. Baltmannsweiler.

[3] LERNEN NEU DENKEN. Das Hagener Manifest zu New Learning: https://www.fernuni-hagen.de/universitaet/hagener-manifest/das-hagener-manifest.shtml

[4] Sauter, Werner (2019: Betriebliche und berufliche Bildung im radikalen Wandel: https://www.wernersauter.com/2019/02/14/betriebliche-und-berufliche-bildung-im-radikalen-wandel/

[5] Sauter, Werner (2020): Blended Learning: https://www.wernersauter.com/2020/03/19/blended-learning/

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